Käfer, Hummel, Spinnentier – Was krabbelt auf der Wiese hier?

Liebe Familien!

Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte … auch, wenn sich der Winter gelegentlich mit dem Verabschieden etwas schwer tut.

Aber gerade dann freuen wir uns über jeden Sonnenstrahl, den wir auf der Haut spüren und jede Blume, der wir beim Wachsen zuschauen können. Wir sehnen uns danach, wieder mehr Zeit draußen in der Natur zu verbringen.

Unseren Kleinsten geht es ebenso. Sie hören am Morgen den Vögeln zu, wenn sie mit ihren Liedern den Tag begrüßen. Sie bemerken die farbigen Blumentupfer in Beeten und auf der Wiese – aber vor allem spüren sie auch sehr bewusst, dass alles um uns herum zu neuem Leben erwacht.

…Was für eine spannende Zeit!

Dieser Beitrag soll in euch die Reiselust wecken – und zwar die Reiselust in den eigenen Garten oder die Wiese nebenan. Denn im eigenen Garten oder im Park lässt es sich ganz wunderbar verreisen. Es wird eine Abenteuerreise auf unsere heimischen Wiesen, in den Gras-Dschungel am Straßenrand – eine Expedition der besonderen Art. 

Wer möchte, kann sich auch in fremde Gefilde vorwagen und die Expedition ausweiten – in den Wald, in Omas Garten oder auf den Lieblings-Spazierweg. Dieses Mal wollen wir genauer hinsehen und erforschen, welche Lebewesen sich zwischen den Pflanzen bewegen und zu Hause fühlen.

Ein Krabbel-Vers über die Ameise stimmt euch schon zu Hause auf eure Expedition ein. Ihr könnt ihn ganz prima auf dem Rücken, dem Bauch oder dem ganzen Körper eures Kindes machen. Er bietet sich auch wunderbar an, um das Kind nach dem Schlafen sanft zu wecken oder als kleines Spiel beim Wickeln.

Verschiedene Impulse laden euch außerdem zur Erweiterung des Krabbelverses ein:

  • Das Krabbelspiel wird vom Kind auf dem Körper des Erwachsenen durchgeführt
  • Die Ameisen krabbeln und laufen an Wänden, auf Gegenständen und Orten in der Wohnung
  • Die Ameisen laufen auf bestimmten Körperteilen, das Krabbelspiel wird also bewusst zum Körperwahrnehmungsspiel mit Benennung der Körperteile
  • Das Krabbelspiel wird zum Bewegungsspiel und wir werden zu Ameisen, die umher krabbeln (gerne auch draußen auf der Wiese)
     

Krabbel-Vers Ameise:

 

Ameisen laufen, Ameisen laufen hin und her,

Ameisen fällt das gar nicht schwer.

(mit den Fingern über den Körper laufen – hin und her)

 

Ameisen laufen auf und ab,

Ameisen, die sind niemals schlapp.

(weiter mit den Fingern über den Körper laufen, diesmal auf und ab)

 

Ameisen laufen rundherum,

(die Finger im Kreis über den Körper laufen lassen)

 

Ameisen fallen müde um.

(Hände auf die Oberschenkel legen und ruhen lassen)

 

Die Idee stammt von folgendem Link:

https://www.herder.de/kk/praxisimpulse/spiele/fingerspiele-fruehling/

 

Gesichtsmassage für entspannte Ameisen-Eltern:

 

Ameisen-Eltern sorgen gut für ihre Kinder und gut für sich selbst, denn nur so kann es im Ameisenstaat gut funktionieren. Damit wir Menschen der Aufgabe als Eltern gut gewachsen sind, sollten wir uns und unsere Bedürfnisse ebenso ernst nehmen wie die unserer Kinder. Deshalb ist es wichtig, sich hin und wieder eine kleine Auszeit zu gönnen … und sei es nur für eine kleine Gesichtsmassage zwischendurch :)

Den passenden Link dazu findet ihr unter:

https://www.kneipp.com/de_de/kneipp-magazin/haut-pflegen/gesicht/

Nun sind wir also entspannt und gut gerüstet und vor allem auch neugierig genug, um auf Entdeckertour zu gehen.

Schauen wir genauer hin, erkennen wir, dass sich zwischen Grashalmen und Blumen eine Menge Insekten bewegen. Von Ameisen über verschiedenste kleine Käfer bis hin zu Hummeln, Bienen und Schmetterlingen findet sich wirklich alles und die Vielfalt der Insekten lädt uns zu einem Krabbelspaziergang auf der Wiese ein.

Nehmt euch ausreichend Zeit dafür und begebt euch mit eurem Kind auf Augenhöhe sitzend oder krabbelnd auf die Wiese. Riecht an Blumen und hört bewusst das Summen und Krabbeln der Insekten.

Ein Holzrahmen hilft euch dabei, die Expeditionsfläche eingrenzen und das Kind nicht zu überfordern.

Krabbelt euer Kind noch nicht, dann legt es gerne auf eine Decke und lasst es mit den Augen, Ohren und Händen die Graslandschaft entdecken.

Lässt es das Wetter zu und euer Kind läuft bereits, dann zieht die Schuhe aus und macht euren Spaziergang auf der Wiese barfuß. So könnt ihr die Füße in ein ganzheitliches Erlebnis mit einbeziehen und ihnen eine Fülle an Reizen bieten.

Wer möchte, kann von den entdeckten Tieren Fotos machen und sie zu Hause nochmal genauer benennen und betrachten.

An sich ist es draußen ja schon spannend genug, aber wenn euer Kind Gefallen an den Streifzügen durch die Natur findet, dann bedient euch gerne auch an abwechslungsreichen Hilfsmitteln wie der Becherlupe oder sogenannten Facettenaugen.

Mit der Becherlupe habt ihr die Möglichkeit, Tiere kurzfristig einzufangen, um sie genauer beobachten zu können. Die zweifache Lupe erlaubt es, den Körperbau von Insekten genauer zu erforschen. Wichtig ist nur, dass die Tiere nach der Beobachtung auch wieder frei gelassen werden ;)

Facettenaugen  dienen dazu, die Welt aus Sicht der Insekten wahrzunehmen. Gerade für Kinder ab 3 Jahren ist eine solche Sichtweise besonders spannend. Wie anders alles aussieht wenn man die Welt durch eine Vielzahl an Augen gleichzeitig sieht. Das Kind erkennt den Unterschied zwischen dem menschlichen Sehen und dem Sehen der Insekten sehr deutlich und kann gut nachvollziehen, wie Insekten die Welt wahrnehmen.

Um die Eindrücke der Wiesenexpedition und das damit neu Gelernte gut verarbeiten zu können, hilft dem Kind oftmals ein vertiefendes Erlebnis in Form eines Liedes oder Reimes passend zum Thema. Das rundet ein Angebot ab, die Eindrücke im Gehirn werden abgespeichert und die Synapsen neu verknüpft.

Erfolgreiches Lernen lebt auch immer von der Wiederholung und so können mit einer wohlklingenden Melodie Erinnerungen an das schöne Erlebnis immer wieder wach gerufen werden.

Passend dazu möchte ich euch ein schönes Lied von Detlev Jöcker mit auf den Weg geben. Es erzählt auf sehr kleinkindgerechte Art und Weise die Geschichte vom kleinen Käfer, der auf der Wiese spazieren geht. Anmerken möchten wir hier, dass Detlev Jöcker bewusst auf schnell gesungene Lieder verzichtet. Das angepasste Tempo und die einfach gehaltenen Texte sind ideal zum Musizieren mit Kleinkindern geeignet. Sie sind leicht verständlich, dem Wortschatz und den Bewegungen des Kleinkindes angepasst und machen aus genau diesen Gründen Kindern im Alter bis 3 Jahre besonders viel Freude.

Den passenden Link dazu findet ihr hier:

https://www.youtube.com/watch?v=sks16pJpw4M

 

...und falls ihr den Hummeln in eurem Garten etwas Gutes tun wollt, habe ich dazu noch eine schöne Idee: wir bauen ein Hummel-Haus.

Momentan erwachen viele Hummelköniginnen aus dem Winterschlaf und sind  gerade auf der Suche nach einem schönen Zuhause, in dem sie ihren Nachwuchs groß ziehen können. Wir können sie unterstützen, indem wir ihnen einen netten Unterschlupf an einem ruhigen Ort im Garten zur Verfügung stellen.

Dazu braucht es gar nicht viel:

  • 1 unglasierter Tontopf mit Loch am Boden
  • etwas Heu oder Stroh
  • etwas trockenes Moos
  • ein Stück Holzbrett
  • zwei kleine, etwa gleich große Holz- oder Aststücke
  • ein größerer, flacher Stein

Füllt erst etwas von dem Stroh und anschließend etwas von dem Moos in den Tontopf. Achtet darauf, dass der Tontopf nicht zu vollgestopft ist und die Hummel ausreichend Platz hat. Legt das Holzbrett darauf und dreht alles um. Sucht euch einen ruhigen, trockenen Platz im Garten oder auf dem Balkon, an dem ihr das Hummel-Haus platziert. Damit es die Hummel immer trocken hat, legt entweder 2 Stückchen Holz oder Aststücke in gleichem Abstand zum Einflugloch auf den Topf und platziert den großen, flachen Stein obendrauf. So ist die Hummel auch vor Fressfeinden geschützt.

Hummeln zu beobachten, hat etwas wunderbar entspannendes, es fasziniert und nimmt den Kleinen die Angst vor stechenden Insekten. Und sie werden ganz nebenbei sensibel für den Zauber der Natur. Dafür, wie wichtig es ist, unsere Tierwelt zu schützen, gerade auch die kleinen Lebewesen im Garten.

Ich wünsche euch eine spannende Expeditionszeit. Auch wenn wir manchmal lieber in ferne Länder schweifen würden, ist es doch auch beruhigend zu wissen, dass es vor der Haustür jeden Tag unendlich viel zu entdecken gibt.

Damit dies gut gelingen kann und wir unserem Motto treu bleiben, wertvoll und achtsam mit der Natur umzugehen, werden wir uns im Mai mit den vielen Möglichkeiten des Upcyclings beschäftigen … ein selbstgebasteltes Fernrohr für künftige Natur-Expeditionen darf da selbstverständlich nicht fehlen :)

 

Bleibt neugierig und habt eine wunderbare gemeinsame Entdecker-Zeit!

 

Es grüßt euch

Eure Melanie

 

Diesen Blog findet ihr auch hier zum Download.

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