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Kinder stärken, Vertrauen geben, Zukunft gestalten

  • Geschwister-Gummi-Stiftung, DIE KITA

Weltkindertag 2026

Am 20. September steht der Weltkindertag unter dem Motto „Starke Kinder, starke Zukunft!“ – in den Wohngruppen der Geschwister-Gummi-Stiftung bedeutet das vor allem: Kindern etwas zutrauen und sie auf ihrem eigenen Weg begleiten.

Einen Schulranzen selbst packen. Das erste Essen für die Gruppe kochen. Alleine einkaufen gehen. Oder zum ersten Mal selbstbewusst sagen: „Das möchte ich nicht.“

Was im Alltag klein erscheinen mag, kann für ein Kind ein großer Schritt sein. In den insgesamt neun Wohngruppen der Geschwister-Gummi-Stiftung in Stadt und Landkreis Kulmbach sowie Bayreuth erleben Kinder und Jugendliche solche Momente jeden Tag. Pädagogische Fachkräfte begleiten sie dabei, Vertrauen in sich selbst und in andere Menschen zurückzugewinnen, Verantwortung zu übernehmen und eigene Entscheidungen zu treffen.

Viele der Kinder haben schwierige oder traumatische Erfahrungen gemacht. Sie brauchen deshalb zunächst vor allem Sicherheit, verlässliche Beziehungen und einen Ort, an dem sie zur Ruhe kommen können.

„Kinder leben aus unterschiedlichen Gründen in unseren Wohngruppen. Viele bringen Erfahrungen mit, die sie stark belastet haben. Was sie brauchen, ist ein Umfeld, in dem sie ernst genommen werden, ihnen zugehört wird und sie wieder Vertrauen entwickeln können“, erklärt Kevin Lamour, stellvertretender Fachbereichsleiter.

Stark werden beginnt im Alltag
Selbstständigkeit entsteht Schritt für Schritt. Die Kinder übernehmen Aufgaben im Haushalt, planen gemeinsam Mahlzeiten, lernen mit ihrem Taschengeld umzugehen oder organisieren ihre Freizeit. Dabei geht es nicht darum, alles sofort alleine zu können. Entscheidend ist die Erfahrung: Ich kann etwas selbst schaffen – und wenn ich Hilfe brauche, ist jemand da. „Wir möchten Kindern nicht alles abnehmen. Wir möchten ihnen etwas zutrauen und sie dabei begleiten, eigene Lösungen zu finden. Fehler gehören dabei ausdrücklich dazu“, so Lamour.

Auch die Beteiligung spielt eine wichtige Rolle. Die Kinder werden – wo immer es möglich ist – in Entscheidungen einbezogen: bei der Gestaltung des Gruppenalltags, bei Freizeitaktivitäten, Ausflügen oder gemeinsamen Regeln. Denn wer erlebt, dass die eigene Meinung zählt, entwickelt auch Vertrauen in die eigenen Möglichkeiten.

Beziehungen, die Halt geben
Eine wichtige Grundlage dafür sind verlässliche Beziehungen. Pädagogische Fachkräfte sind da, wenn etwas schwierig ist, hören zu, setzen Grenzen, motivieren und freuen sich mit den Kindern über ihre Erfolge. Dabei sind es oft die alltäglichen Momente, die besonders wichtig sind: ein gemeinsames Frühstück, Unterstützung bei den Hausaufgaben, ein Gespräch am Abend oder die Ermutigung vor einer neuen Herausforderung.

„Stark wird ein Kind nicht dadurch, dass es alles allein schaffen muss. Stark wird es, wenn es weiß: Ich kann etwas selbst – und wenn es schwierig wird, bin ich nicht allein“, sagt Kevin Lamour.

Stärken entdecken statt Grenzen suchen
Jedes Kind bringt eigene Interessen und Fähigkeiten mit. Deshalb geht es in den Wohngruppen nicht nur darum, Schwierigkeiten zu bewältigen, sondern auch darum, Neues auszuprobieren und eigene Talente zu entdecken. Sport, Musik, Kreativität, handwerkliche Tätigkeiten oder schulische Erfolge können dabei wichtige Erfolgserlebnisse schaffen.

Die zentrale Frage lautet: 
Was kannst du? Was interessiert dich? Was möchtest du ausprobieren?

Der Weltkindertag am 20. September 2026 erinnert daran, dass Kinder eigene Rechte, Bedürfnisse und Wünsche haben. Sie brauchen Schutz und Orientierung – aber genauso Freiräume, Beteiligung und die Möglichkeit, ihre Stärken zu entdecken.

Die Wohngruppen der Geschwister-Gummi-Stiftung möchten dafür einen verlässlichen Rahmen schaffen. Einen Ort, an dem Kinder zur Ruhe kommen, Vertrauen entwickeln und Schritt für Schritt ihren eigenen Weg gehen können. Kevin Lamour bringt es auf den Punkt: „Kindern etwas zutrauen, sie ernst nehmen und ihnen zeigen, dass sie etwas bewirken können. Sie zu fördern, aber nicht zu überfordern.“