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Ferienzeit als Chance: Stärken entdecken, Familien begleiten

  • Geschwister-Gummi-Stiftung

Wie die Ambulanten Hilfen in dieser Zeit unterstützen

Ferien bieten Familien die Möglichkeit, den gewohnten Alltag für einige Wochen zu unterbrechen. Für die Ambulanten Hilfen der Geschwister-Gummi-Stiftung entstehen dadurch andere Rahmenbedingungen für die pädagogische Begleitung. Die Fachkräfte unterstützen Familien individuell – je nach Bedarf mit mehr oder weniger intensiver Begleitung. 

Die Sommerferien verändern den Alltag von Kindern und Familien deutlich: Schulische Anforderungen, feste Termine und Leistungsdruck treten für einige Wochen in den Hintergrund. Für manche Familien bedeutet das vor allem Entlastung und mehr Freiraum. Andere stehen gerade in dieser Zeit vor besonderen Herausforderungen. Die Ambulanten Hilfen der Geschwister-Gummi-Stiftung passen ihre Unterstützung deshalb an die jeweilige Situation der Familie an. 

„In den Ferien haben wir die Möglichkeit, Kinder auch in anderen Situationen zu erleben als im schulisch geprägten Alltag. Dabei können Interessen, Fähigkeiten und persönliche Stärken sichtbar werden, die im normalen Tagesablauf weniger Raum bekommen“, erklärt Andrea Krüger, Leiterin der Ambulanten Hilfen. 

Talente und Potenziale erkennen 
Wenn mal mehr Zeit für gemeinsame Erlebnisse zur Verfügung steht, können Aktivitäten Raum bekommen, die sonst häufig zu kurz kommen. Gemeinsame Unternehmungen wie kreative Angebote, ein Besuch im Kletterwald oder auf einem Alpakahof schaffen Möglichkeiten, neue Erfahrungen zu sammeln und eigene Interessen zu erproben. 

„Ob ein Kind sich etwas zutraut, neue Dinge ausprobiert oder für sich ein besonderes Interesse entdeckt – solche Erfahrungen sind unabhängig von schulischen Leistungen. Sie können dazu beitragen, das eigene Können anders wahrzunehmen“, so Andrea Krüger.

Auch die Intensität der ambulanten Begleitung kann sich während der Ferien verändern. Familien, die zuvor beispielsweise Unterstützung bei der Planung einzelner Ferienaktivitäten benötigt haben, kommen unter Umständen mehrere Wochen weitgehend ohne persönliche Termine aus. In diesen Fällen kann eine telefonische Erreichbarkeit ausreichen. 

Für andere Kinder und Familien ist eine intensivere Begleitung weiterhin erforderlich. Beim gemeinsamen Schwimmen etwa können die Fachkräfte stärker auf individuelle Themen eingehen: Was macht dem Kind Angst? Was traut es sich zu? Was hilft ihm, sich zu entspannen? Durch solche Erfahrungen können Kinder eigene Grenzen kennenlernen und neue Handlungsmöglichkeiten entwickeln. 

Allerdings sind zusätzliche gemeinsame Aktivitäten nicht für jede Familie automatisch eine Entlastung. Wenn eine Familie sich in einer akuten Krise oder besonders belastenden Lebenssituation befindet, kann die zusätzliche gemeinsame Zeit auch zu Stress führen. In diesen Fällen ist eine engmaschige und bedarfsgerechte Unterstützung notwendig. 

Raus aus den vier Wänden 
Auch die Möglichkeit, Zeit außerhalb der eigenen Wohnung zu verbringen, kann für Familien eine wichtige Rolle spielen. Gerade für Kinder bietet der Aufenthalt im Freien Möglichkeiten für Bewegung, Begegnung und neue Erfahrungen. Gleichzeitig können gemeinsame Aktivitäten außerhalb der häuslichen Umgebung dazu beitragen, angespannte Situationen zu unterbrechen.

„Wenn Familien ihre Zeit nicht ausschließlich in den eigenen vier Wänden verbringen müssen, kann das den Alltag spürbar entlasten. Bewegung und gemeinsame Aktivitäten schaffen Abstand zu belastenden Situationen und eröffnen neue Möglichkeiten für Begegnung“, berichtet Andrea Krüger aus der Arbeit der Ambulanten Hilfen. 

Für die Fachkräfte bietet die Ferienzeit zugleich die Möglichkeit, Kinder und Eltern unter anderen Rahmenbedingungen kennenzulernen. Ohne den unmittelbaren Einfluss schulischer Anforderungen und alltäglicher Termine können andere Interessen und Ressourcen stärker in den Blick genommen werden. Diese Beobachtungen können auch für die weitere pädagogische Arbeit relevant sein. 

Schritt für Schritt zurück in den Alltag
Mit dem Ende der Sommerferien verändert sich der Alltag der Familien erneut. Schule, Arbeit, feste Termine und gewohnte Strukturen kehren zurück. Für manche Kinder und Erwachsene bedeutet dies eine willkommene Rückkehr zu vertrauten Abläufen. Andere erleben den bevorstehenden Schulbeginn als erneute Belastung. 

Auch soziale Kontakte verändern sich. Mit dem Schulbeginn treffen viele Kinder ihre Freunde wieder regelmäßig und finden dadurch leichter in vertraute Strukturen zurück. Gleichzeitig können die Erfahrungen aus den Ferien in den weiteren Alltag hineinwirken. 

„Die Ferien zeigen uns immer wieder, welche Fähigkeiten und Interessen bei Kindern vorhanden sind, wenn schulische Anforderungen und feste Termine einmal weniger Raum einnehmen. Unsere Aufgabe ist es, diese Ressourcen wahrzunehmen und gemeinsam mit den Familien zu überlegen, wie sie auch über die Ferien hinaus genutzt werden können“, sagt Andrea Krüger. 

Die Ambulanten Hilfen der Geschwister-Gummi-Stiftung begleiten Kinder, Jugendliche und Familien entsprechend ihrer individuellen Lebenssituation. Ziel ist es, vorhandene Ressourcen zu stärken, Familien in belastenden Situationen zu unterstützen und gemeinsam tragfähige Wege für den Alltag zu entwickeln.